
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
kein Synonym bekannt
Reifezeit
Ende September erntereif und dann bis Ende Oktober genussfähig.
Herkunft
Nach Downing ist die Sorte durch eine Kernaussaat der Sorte Marie Louise von Gambier im Dorf Uccle bei Brüssel in Belgien entstanden. Wann genau, geht aus den Texten nicht hervor, aber es gab 1877 schon einen älteren Baum der Sorte. 1881 beschrieb Engelbrecht die Sorte das erste Mal für Deutschland.
Verbreitung
In Altbeständen sind bisher keine Standorte bekannt. Da diese Sorte aber auch in einigen Sammlungen unter dem falschen Namen Marie Louise verbreitet wurde, ist sie zumindest dort erhalten.
Frucht
Mittelgroße bis große, klobige, kegelförmige Frucht, meist nur einseitig eingeschnürt und dann einen starken Rücken bildend, der dann auch den Stiel verdrückt. Kelchbauchig, Kelch soweit abgeplattet, dass die Frucht gut steht, im Querschnitt leicht kantig. Die Spitze ist deutlich abgerundet, ohne Grube, ein Wulst zusätzlich zum Rücken ist möglich, Berostung nicht anders als der Rest der Frucht. Der Stiel ist bis 3 cm lang, 3-4 mm dick, fleischig, am Ansatz etwas stärker, komplett braun. Die Kelchgrube ist mitteltief, schwache Rippen noch erkennbar. Der Kelch ist offen, einzelne dünne Kelchblätter sind erhalten, sonst verkümmert und verwachsen. Die Schale fühlt sich durch die netzförmige bis flächige, feinschuppige Berostung rau an. In der Grundfarbe hellt die Sorte nach gelb auf, Deckfarbe gibt es nicht. Die Kernhausachse ist nur leicht geöffnet, Kammern groß und nach unten breit werdend, dennoch anliegend mit gut entwickelten Samen, 9 : 4,5 mm. Das Fruchtfleisch ist weiß, saftig, schmelzend, süßsäuerlich aromatisch, lecker.
Baum
Der Baum wächst mittelstark bis stark, verzweigt sich gut und kommt mittelfrüh in den Ertrag. Die Blüte erscheint mittelspät bis spät, was Marie Louise d`Uccle auch für spätfrostgefährdete Lagen interessant macht. Sie hat 10 einzelne Blüten je Knospe.
Verwechsler
Gellerts Butterbirne ist ähnlich klobig in der Form und auch berostet, aber eher reif.
Anbaueignung
Für die Streuobstwiese wie den Hausgarten geeignete Tafelbirne. Die Sorte scheint etwas anfällig für Schorf wie auch Weißflecken zu sein, daher ist von geschlossenen Lagen eher abzuraten.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Engelbrecht T. (1885): Titel. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 31 (1885)
Unbekannt (1891): Titel. Pomologische Monatshefte. Stuttgart, Deutschland; Eugen Ulmer. 37 (1891) S. 65
Downing, A.J. (1860): The Fruits and the Fruit trees of America, New York, USA. S.
Unbekannt (1882): Titel. Bullentins d’Arboriculture de Belgique.
Hogg, R. (1884): The Fruit Manual. Fifth Edition. London, Großbritannien. S. 614
Bredstedt, H. C.(1890): Haandboog i dansk Pomologi. 1det Bind- Paerer. Odense. Dänemark; L.C. Dreyer. S. 87
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
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