
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Regionalsorte
ja
Reifezeit
Geerntet werden die Früchte des Münsterländer Zwiebelapfels etwa Anfang Oktober. Ein gutes Naturlager vorausgesetzt, sind sie bis etwa Dezember verwendbar.
Die Früchte sind in erster Linie als Wirtschaftsapfel für die Küche (Mus, Kuchen) zu nutzen, wo ihre nur mäßige Saftigkeit von Vorteil ist. Frisch vom Baum sind sie aber auch gut als Tafelapfel verwendbar.
Die Früchte sind in erster Linie als Wirtschaftsapfel für die Küche (Mus, Kuchen) zu nutzen, wo ihre nur mäßige Saftigkeit von Vorteil ist. Frisch vom Baum sind sie aber auch gut als Tafelapfel verwendbar.
Herkunft
Der hier beschriebene Zwiebelapfel ist im Münsterland, und hier insbesondere im Tecklenburger Land (am nordöstlichen Rand des heutigen Landkreises Steinfurt) sowie im benachbarten Osnabrücker Land gelegentlich noch im Streuobst anzutreffen. Bäume fanden sich bislang in den Gemeinden Lengerich, Lienen, Westerkappeln und Glandorf, wo die Früchte von ihren Eigentümern übereinstimmend als Zwiebelapfel bezeichnet wurden. Auch im Westmünsterland soll die Sorte noch vorkommen.
Über die genaue Herkunft oder Entstehung dieser Sorte ist nichts bekannt. Schriftliche Zeugnisse konnten bislang nicht gefunden werden. Interessanterweise gibt es auch in anderen Regionen Deutschlands Apfelsorten, die dort „Zwiebelapfel“ genannt werden. So ist auch in Westfalen auch noch ein anderer Apfel als „Zwiebelapfel“ bekannt, bei dem es sich jedoch um den Angelnder Borsdorfer handelt, der vor allem in Norddeutschland noch verbreitet ist. Der hier beschriebene Zwiebelapfel ist mit diesem jedoch nicht identisch.
Über die genaue Herkunft oder Entstehung dieser Sorte ist nichts bekannt. Schriftliche Zeugnisse konnten bislang nicht gefunden werden. Interessanterweise gibt es auch in anderen Regionen Deutschlands Apfelsorten, die dort „Zwiebelapfel“ genannt werden. So ist auch in Westfalen auch noch ein anderer Apfel als „Zwiebelapfel“ bekannt, bei dem es sich jedoch um den Angelnder Borsdorfer handelt, der vor allem in Norddeutschland noch verbreitet ist. Der hier beschriebene Zwiebelapfel ist mit diesem jedoch nicht identisch.
Verbreitung
Heute ist der Münsterländische Zwiebelapfel nur noch selten im Streuobst anzutreffen. In Baumschulen ist die Sorte derzeit nicht mehr erhältlich. Die Arbeitsgemeinschaft Naturschutz Tecklenburger Land (ANTL e.V.) kümmert sich um ihre Erhaltung vor Ort.
Frucht
Frucht mittelgroß, kugelig bis abgerundet kegelförmig, stiel- und kelchseitig abgeflacht, leicht stielbauchig, im Querschnitt rund, wie gedrechselt. Die Frucht ist fest. Die Schale ist glatt, mattglänzend bis glänzend, durch Roststernchen aufgerauht, nach Lagerung trocken, mitteldick, mürbe, nicht störend.
Grundfarbe baumreif fahl weißlich grün, gelagert fahl weißlich gelb. Deckfarbe oft fehlend; sofern vorhanden, sonnenseits purpurrötlich gehaucht auf bis zu 1/5 der Frucht. Schalenpunkte groß, auffallend, hell graubraun berostet, sternchenartig oder klecksig (stielseits mitteldicht, kelchseits dicht verteilt), teilweise durch netzartige oder klecksige Berostungen verbunden. Schalenpunkte ähnlich markant wie bei der ‚Roten Sternrenette’.
Stielgrube mittelweit, eher tief, Seiten steil, ebenmäßig, feiner oder auch gröber und teils schuppig berostet, Berostung teils strahlig auslaufend. Stiel variabel, mittellang, auch kurz oder lang, dünn bis mitteldick, meist deutlich aus der Stielgrube ragend, am Ende teils verdickt.
Kelchgrube flach, mittelweit, Seiten flach abfallend, ebenmäßig oder leicht feinfaltig, oft berostet, Umgebung flach, ebenmäßig, oft netzartig oder klecksig berostet, Berostung hell graubraun. Kelch mittelgroß bis groß, halboffen oder offen. Blättchen klein, zart, kurz und schmal gespitzt, im Ansatz breit, meist grün.
Kelchhöhle breit, becherförmig (unten waagrecht abschließend). Kernhaus mittelgroß, variabel auch kleiner oder größer. Achse variabel schmal oder breiter geöffnet. Core-Line eng ums Kernhaus. Kernhauswände bogenförmig, muschelförmig oder rucksackförmig, variabel ungerissen oder etwas gerissen. Kerne dunkelbraun, mittelgroß, breit eiförmig, teils etwas asymmetrisch (oben mit seitlichem Nasenansatz), unten kurz / stumpf gespitzt, ca. 8 – 8,5 mm : 5 – 5,5 mm.
Fruchtfleisch fast weiß, fest, mittelfeinzellig, mäßig saftig, süßsäuerlich, erfrischend, schwach aromatisch, gering verbräunend.
Grundfarbe baumreif fahl weißlich grün, gelagert fahl weißlich gelb. Deckfarbe oft fehlend; sofern vorhanden, sonnenseits purpurrötlich gehaucht auf bis zu 1/5 der Frucht. Schalenpunkte groß, auffallend, hell graubraun berostet, sternchenartig oder klecksig (stielseits mitteldicht, kelchseits dicht verteilt), teilweise durch netzartige oder klecksige Berostungen verbunden. Schalenpunkte ähnlich markant wie bei der ‚Roten Sternrenette’.
Stielgrube mittelweit, eher tief, Seiten steil, ebenmäßig, feiner oder auch gröber und teils schuppig berostet, Berostung teils strahlig auslaufend. Stiel variabel, mittellang, auch kurz oder lang, dünn bis mitteldick, meist deutlich aus der Stielgrube ragend, am Ende teils verdickt.
Kelchgrube flach, mittelweit, Seiten flach abfallend, ebenmäßig oder leicht feinfaltig, oft berostet, Umgebung flach, ebenmäßig, oft netzartig oder klecksig berostet, Berostung hell graubraun. Kelch mittelgroß bis groß, halboffen oder offen. Blättchen klein, zart, kurz und schmal gespitzt, im Ansatz breit, meist grün.
Kelchhöhle breit, becherförmig (unten waagrecht abschließend). Kernhaus mittelgroß, variabel auch kleiner oder größer. Achse variabel schmal oder breiter geöffnet. Core-Line eng ums Kernhaus. Kernhauswände bogenförmig, muschelförmig oder rucksackförmig, variabel ungerissen oder etwas gerissen. Kerne dunkelbraun, mittelgroß, breit eiförmig, teils etwas asymmetrisch (oben mit seitlichem Nasenansatz), unten kurz / stumpf gespitzt, ca. 8 – 8,5 mm : 5 – 5,5 mm.
Fruchtfleisch fast weiß, fest, mittelfeinzellig, mäßig saftig, süßsäuerlich, erfrischend, schwach aromatisch, gering verbräunend.
Baum
Der Baum des Münsterländer Zwiebelapfels bildet mittelgroße bis große, pyramidale Kronen mit dichter Verzweigung, die dünntriebig und außen hängend erscheinen.
Die Sorte ist robust gegenüber den Apfelkrankheiten Schorf, Obstbaumkrebs und Mehltau, und ist daher bezüglich der Standort- und Bodenverhältnisse breit anbaubar und auch für schwere Böden geeignet.
Der Ertrag des Baumes ist mittelhoch bis hoch und regelmäßig. Die Blüte im Frühjahr zeitigt typisch spät, wie das auch bei vielen anderen Lokalsorten typisch ist, wodurch diese weniger von den Spätfrösten im Frühjahr betroffen sind. Als diploide Sorte dürfte der Zwiebelapfel auch ein guter Befruchter für andere Apfelsorten mit später Blüte sein. Das Laub ist mittelgroß, mittelgrün bis etwas graugrünlich.
Die Sorte ist robust gegenüber den Apfelkrankheiten Schorf, Obstbaumkrebs und Mehltau, und ist daher bezüglich der Standort- und Bodenverhältnisse breit anbaubar und auch für schwere Böden geeignet.
Der Ertrag des Baumes ist mittelhoch bis hoch und regelmäßig. Die Blüte im Frühjahr zeitigt typisch spät, wie das auch bei vielen anderen Lokalsorten typisch ist, wodurch diese weniger von den Spätfrösten im Frühjahr betroffen sind. Als diploide Sorte dürfte der Zwiebelapfel auch ein guter Befruchter für andere Apfelsorten mit später Blüte sein. Das Laub ist mittelgroß, mittelgrün bis etwas graugrünlich.
Verwechsler
Ravensberger, Kalkapfel (Tecklenburger Land), Edelborsdorfer
Anbaueignung
Alles in allem ist der Zwiebelapfel ein reich tragender, guter Wirtschaftsapfel für die Küche, der bezüglich der Standort- und Bodenverhältnisse breit anbaubar ist.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Literatur
In der obstbaulichen Literatur ist der hier beschriebene Zwiebelapfel bisher weder abgebildet noch beschrieben.