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Kronprinz von Hannover

Verfasst von Hans-Joachim Bannier am 7 Juni 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Kronprinz von Hannover
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Reifezeit
3. Kirschwoche
Herkunft
Um 1850 von der Baumschule Lieke in Hildesheim aus Samen gezogen. Erstmals beschrieben 1861 im Illustrirten Handbuch der Obstkunde
Verbreitung
Die Sorte hat im norddeutschen Raum noch bis nach dem 2. Weltkrieg eine gewisse Verbreitung erfahren und findet sich dort heute hin und wieder auch noch in Streuobstbeständen, insbesondere in Niedersachsen und Westfalen. In der Obstsorten-Literatur der letzten 100 Jahre wurde die Sorte zwar nirgendwo beschrieben, wurde allerdings noch 1952 von der Landwirtschaftskammer Hannover noch für den Anbau empfohlen. Im Reisermuttergarten Hannover sind Edelreiser der Sorte auch heute noch erhältlich.
Frucht
Größe: Mittelgroß (bis groß), 21 : 22 : 20 bis 22 : 24 : 22 mm (Länge : Breite : Dicke).

Grundfarbe weißlich gelb, vor allem stielseitig verwaschen rotlich oder rosarötlich marmoriert; die Färbung erscheint etwas glasig bzw. transparent. Bauchseitig z.T. etwas weniger rötliche Färbung.

Fruchtform: Breit herzförmig, ober- und unterseits etwas abgeplattet und unten machmal mit einem typischen kleinen Spitzchen (das in der Seitenansicht zum Bauch hin geneigt erscheint). Die Frucht ist auch relativ dick (d.h. in der Seitenansicht relativ breit). Stielgrube mitteltief bis tief, weit, zu Bauch- und Rückenseite flach und weit eingesenkt. Bauchseitig verläuft die Bauchnaht oft typisch über einen deutlichen Buckel. manchmal mit leichtem Nahtwulst. Stempelpunkt klein, auf der Fruchtspitze aufsitzend.

Stiel mittellang bis lang, fruchtseitig mit großem Stielteller.

Fruchtfleisch: Hell bzw. weißlich gelb, saftig, aber relativ weich, nicht ganz so aromatisch wie z.B. Kunzes Kirsche, Maibigarreau oder Tilgeners Rote Herzkirsche..

Platzfestigkeit: Hoch

[Studio-Foto Früchte: Herbert Fischer, https://www.fischer-fotostudio.de ]
Fruchtstein

Mittelgroß, 11 : 8 : 10 bis 12 : 8,5 : 10,5, in der Seitenansicht asymmetrische, fast etwas dreieckig (stielseitig breit, stempelseitig verschmälert und z.T. zugespitzt. Bauchwulst abgeflacht, ohne hervorstehende Kanten.

[Studio-Foto Fruchtsteine: Herbert Fischer, https://www.fischer-fotostudio.de ]
Baum
Wuchs stark, Leitäste schräg bis steil, Krone hochkugelig, Äste sparrig, wenig hängend. Blätter hellgrün, relativ groß. Baum etwas anfällig für Schrotschuss.

Blüte mittelfrüh; relativ große Blüten.
Verwechsler
Maibigarreau (ähnlich in Fruchtform und Färbung, aber ohne das typische stempelseitige Spitzchen und etwas eher reif); Tilgeners Rote Herzkirsche (Frucht etwas kleiner und typischer herzförmig) und Lucienkirsche (Reife etwas später, Frucht ohne stempelseitige Spitze).
Fruchtfotos
Kronprinz von Hannover
Kronprinz von Hannover
Studiofoto Kronprinz von Hannover
Studiofoto Kronprinz von Hannover
Baum im Laub
Kronprinz von Hannover
Baum in Blüte/Winter
Kronprinz von Hannover
Anbaueignung
Rotbunte Frühkirsche mit etwas größerer, aber weicher (und nicht transportfester) Frucht. Als Frühkirsche in der Regel madenfrei und wie alle hellen Sorten ("Glaskirschen") weniger von Vögeln heimgesucht als dunkle Kirschen derselben Reifezeit. Etwas anfällig für Schrotschuss, ansonsten gesunder Baum für Streuobst und Garten.
Literatur
Jahn et al. (1861): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde, Bd. 3
Müller (1911): Bericht Kirschenschauen
Dähne (1964): Kritische Untersuchungen zur Sortenbenennung und Sortenbereinigung bei Süßkirschen
Kemmer (1952): Sortenstand und Sortenbewegung im deutschen Obstbau. Technische Universität Berlin-Charlottenburg
Braun-Lüllemann/Bannier (2010): Obstsortenwerk Alte Süßkirschensorten (S. 224 ff.)

Reiserabgabe

Derzeit existieren leider keine Einträge für die Abgabe von Edelreisern in dieser Kategorie.

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Kennzeichnungen

Gefährungsgrade

Am Beispiel der Kirsche:

Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

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