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Dönissens Gelbe Knorpelkirsche

Verfasst von Carina Pfeffer am 14 Februar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
'Dönissens'
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
'Wachskirsche', 'Bernsteinkirsche', 'Weißkirsche', 'Honigkirsche', 'Schwefelkirsche' (fälschlich)
Reifezeit
spät, 5.-6. Kirschwoche
Herkunft
Zwar ist die Herkunft nicht gänzlich sicher, doch soll die 'Dönissens Gelbe Knorpelkirsche' in Guben entstanden und nach ihrem Züchter, Herrn Dönissen, benannt worden sein. In vielen Pomologien finden sich bis heute Beschreibungen der Sorte, sie wurde 1825 erstmals von Liegel in einer kurzen Notiz genannt. Er bezeichnet die Sorte, deren Reiser er 1821 von Truchseß erhielt, als "vortrefflich".
Verbreitung
In geringem Umfang findet sich 'Dönissens Gelbe Knorpelkirsche' in ganz Deutschland im Streuobst. Gelbe Kirschsorten sind sehr selten, auch wenn einige bekannt sind. 'Dönissens' ist hiervon die am häufigsten vorkommende Sorte, gefolgt von 'Drogans Gelber Knorpelkirsche', die jedoch deutlich seltener anzutreffen ist. Auch wenn sie dank ihrer Farbe immer als etwas Besonderes betrachtet wurde, spielte sie nie eine allzu große Rolle, wurde aber als Einmachfrucht und wegen ihrer Optik empfohlen (Müller et. al 1905-1934). Da die Sorte in den Reisermuttergärten vorhanden ist, und auch von vielen Landwirtschaftskammern bis in die 1950er Jahre empfohlen wurde (Kemmer 1952), finden sich in Gärten und auf Wiesen sowohl Altbäume, als auch Bäume mittleren und jüngeren Datums.
Frucht
knapp mittelgroß ø 19,5 : 21 : 18,5 mm (Länge: Breite : Dicke)

Form Vorderansicht: abgerundet herzförmig bis rundlich oder leicht nierenförmig

Färbung: hellgelb, vollreif warm gelb, sonnenseits öfter bräunlich-orangefarbener Hauch, Bauchnaht als ganz feiner, transparenter Strich sichtbar. Druckempfindlich

Fruchtfleisch: hellgelb, sehr süß, vor der vollen Reife etwas bitter, sehr fest, Platzfestigkeit: gering

Stielseite: Stielgrube mitteltief, mittelweit, zum Rücken und Bauch etwas eingesenkt, mittlere Schultern.

Stiel: mittellang bis lang, 4,5 bis 6 cm lang, dünn bis mitteldick, hellgrün, Stielansatz mittelgroß bis groß

Bauch: flach gerundet, variabel mit ganz leichter Nahtwulst oder schwache Kerbe

Rücken: flach bis mittelstark gerundet, meist leichte Kerbe

Seite: flach bis mitteldick, zum Stempel meist etwas konisch verjüngt

Stempelseite: Stempelpunkt klein bis mittelgroß, hell- bis dunkelbraun, etwas vor der Fruchtspitze, in sehr kleinem Grübchen, oder aufsitzend.

Fruchtstein
klein bis mittelgroß, ø 10,5 : 7 : 9 mm (L : B : D)

Seitenansicht: asymmetrisch, variabel, rundlich-oval, stempelseits gerundet oder mit Spitze. Teils abfallende Rückenkante. Mit kleinem Häkchen

Vorderansicht: Stielbauchig, Rillen rel. flach, Bauchwulst mittelbreit mit schwach gebogenen Außenkanten, der Mittelkamm wirkt weich und tritt auf ganzer Länge etwas hervor
Baum
Der Baum der 'Dönissens' ist starkwüchsig und wächst gesund. Er bildet locker aufgebaute, rundliche, teils hochrunde Kronen mit steilen Leitästen und waagerechtem bis außen hängendem Fruchtholz. Die Veredelungsstelle ist unauffällig. Die mittelgroßen Blüten öffnen sich mittelspät, zeitgleich mit fast ganz grünem Blattaustrieb. Die Blütenblätter sind rundlich und berühren sich, die Kelchblätter sind rein grün.
Verwechsler
'Drogans Gelbe Knorpel' (etwas spätere Reife, nicht ganz so süß, kühleres Gelb, Stein symmetrischer u. mit größerem Stielansatz, tieferen Rillen und schärferem Mittelkamm), 'Goldgelbe Herzkirsche' (sehr selten, weichere Frucht, Stein symmetrischer und oval)
Fruchtfotos
'Dönissens' Studio
Baum im Laub
'Dönissens' Baum
Baum in Blüte/Winter
'Dönissens' Blüte
Anbaueignung
Als gesund und stark wachsender Baum ist die Sorte gut für die Streuobstwiese geeignet. Ein Vorteil der 'Dönissens' ist die Tatsache, dass 'Vögel', Kirschessigfliegen' und auch kirschenliebende Spaziergänger die Sorte für noch nicht reif halten und daher oft nicht beachten. Durch ihre späte Reife ist sie aber in hohem Maße anfällig für die Kirschfruchtfliege, die sich nicht um die helle Färbung schert. Wenn die Früchte richtig reif sind, schmecken sie ausgezeichnet und sind zuckersüß. Zum Einkochen sollen sie außerdem gut geeignet sein und Oberdieck denkt über eine Verwendung der gedörrten Kirschen als Ersatz für Rosinen nach. Leider sind die Früchte ausgesprochen druckanfällig und platzen bei Regen sehr schnell auf. 'Dönissens' soll auch für Höhenlagen noch geeignet sein.
Literatur
Liegel, G. (1825): "Systematische Anleitung zur Kenntnis der vorzüglichsten Sorten des Kern- Stein- Schalen- und Beerenobstes". Friedrich Pustet, Passau
Dittrich, J.G. (1839): "Systematisches Handbuch der Obstkunde", 2. Band. Jena
Jan, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J.G. (1861): "illustriertes Handbuch der Obstkunde", Band 3: Steinobst. Verlag Ebner und Seubert, Stuttgart
Müller, J.; Bißmann, O., et al. (1905-1934): „Deutschlands Obstsorten“. Fortsetzung Kirschsorten. Eckstein und Stähle, Stuttgart
Dähne; D. 1964: " Kritische Untersuchung zur Sortenbenennung und Sortenbereinigung bei Süßkirschen unter besonderer Berücksichtigung des westdeutschen Marktsortiments. Dissertation der TH Hannover, Fakultät Gartenbau und Landeskultur"
Krümmel, H.; Groh, W. (1964): "Deutsche Obstsorten". Band Steinobst. VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin
Weber, H.-J.(1985): "BdB Handbuch Teil 4, Obstgehölze", Hrsg. Fördergesellschaft 'Grün ist Leben', Baumschulen mbH, Pinneberg
Braun-Lüllemann, A.; Bannier, H.J. (2010): "Obstsortenwerk Alte Süßkirschensorten, Genetische Vielfalt in den Kirschenanbaugebieten Hagen am Teutoburger Wald und Witzenhausen". Hrsg. BML, Bonn 2010.

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gefährdet

stark gefährdet

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