
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Frauenbirne, Rote Oberländer, Rote Pöllerbirne, Kletzenbirne
Reifezeit
Im Laufe des Septembers erntereif, bis Mitte Oktober zu verarbeiten
Herkunft
Die genaue Herkunft der Sorte ist ungesichert. Nach einigen Angaben könnte sie bereits vor 1700 in Oberösterreich entstanden sein und dürfte 1824 erstmals von Josef Schmidberger beschrieben worden sein. Manchen Autoren zufolge sollen zwei Typen dieser Sorte verbreitet sein, die sich in der Fruchtform und -farbe bzw. in der Reifezeit und im Baum unterscheiden sollen. Aktuelle pomologische und molekularbiologische Untersuchungen können diese Annahme bislang jedoch nicht eindeutig bestätigen.
Verbreitung
Die Sorte ist in ganz Österreich in Streuobstbeständen noch relativ häufig anzutreffen und wird von einigen Baumschulen nach wie vor angeboten. Auch im angrenzenden Süddeutschland ist sie noch in gewissem Umfang verbreitet. Darüber hinaus wird die Sorte in einzelnen deutschen Sammlungen erhalten.
Frucht
Kleine bis mittelgroße Frucht (rund 5,2 cm hoch und 4,5 cm breit/dick), meist kreisel- bis glockenförmig und zum Stiel hin leicht eingeschnürt, kelchbauchig, Querschnitt ziemlich rund, leicht ungleichhälftig, Frucht steht.
Der Stiel ist rund 2,5 cm lang, 2-4 mm dick, fleischig, zumindest Richtung Frucht grünlichgelb bis gelb, manchmal auch mit Deckfarbe. Er ist relativ gerade und ohne Stielgrube, meist leicht schief auf die Frucht aufgesetzt, zum Teil fast in die Frucht übergehend.
Die Kelchgrube ist flach bis mitteltief und mittelweit, eben bis leicht faltig. Fleckige Berostung um die Kelchgrube kann mal stärker, mal weniger ausgebildet sein. Der Kelch ist mittelgroß und halboffen. Die Kelchblätter sind meist gräulich, eher kurz, aufgerichtet und oft umgeklappt, am Ansatz verwachsen.
Die Grundfarbe ist grünlichgelb bis zitronengelb. Die verwaschene, orangerote Deckfarbe, die aus der Umhöfung der Lentizellen auf der Sonnenseite hervorgeht, kann stärker, oft aber auch gar nicht ausgeprägt sein. Zahlreiche Lentizellen und teilweise einzelne Rostfiguren überziehen die Frucht.
Achse geöffnet, Kammern anliegend mit Nase, Samen meistens schlecht ausgebildet (die Sorte ist triploid), 10 : 4 mm, mit Nase.
Das Fruchtfleisch ist erst weißlichgelb, wird in der Vollreife vom Kernhaus ausgehend durch und durch braun, bleibt dabei jedoch fest (kernweich). Süß mit feinem, zimtartigem Aroma und kaum Gerbstoffen in der Vollreife. In diesem Zustand wird sie traditionell zum Dörren verwendet, zur Mostherstellung sollte sie bereits früher verarbeitet werden.
Der Stiel ist rund 2,5 cm lang, 2-4 mm dick, fleischig, zumindest Richtung Frucht grünlichgelb bis gelb, manchmal auch mit Deckfarbe. Er ist relativ gerade und ohne Stielgrube, meist leicht schief auf die Frucht aufgesetzt, zum Teil fast in die Frucht übergehend.
Die Kelchgrube ist flach bis mitteltief und mittelweit, eben bis leicht faltig. Fleckige Berostung um die Kelchgrube kann mal stärker, mal weniger ausgebildet sein. Der Kelch ist mittelgroß und halboffen. Die Kelchblätter sind meist gräulich, eher kurz, aufgerichtet und oft umgeklappt, am Ansatz verwachsen.
Die Grundfarbe ist grünlichgelb bis zitronengelb. Die verwaschene, orangerote Deckfarbe, die aus der Umhöfung der Lentizellen auf der Sonnenseite hervorgeht, kann stärker, oft aber auch gar nicht ausgeprägt sein. Zahlreiche Lentizellen und teilweise einzelne Rostfiguren überziehen die Frucht.
Achse geöffnet, Kammern anliegend mit Nase, Samen meistens schlecht ausgebildet (die Sorte ist triploid), 10 : 4 mm, mit Nase.
Das Fruchtfleisch ist erst weißlichgelb, wird in der Vollreife vom Kernhaus ausgehend durch und durch braun, bleibt dabei jedoch fest (kernweich). Süß mit feinem, zimtartigem Aroma und kaum Gerbstoffen in der Vollreife. In diesem Zustand wird sie traditionell zum Dörren verwendet, zur Mostherstellung sollte sie bereits früher verarbeitet werden.
Baum
Mittelstark- bis starkwachsend, bildet hoch kugelige Kronen, reichtragend
Verwechsler
Aufgrund ihrer charakteristischen Fruchteigenschaften ist die Sorte kaum mit anderen Mostbirnensorten zu verwechseln. Kennzeichnend sind insbesondere der fleischige, gelbe Stiel, die orangerote Deckfarbe sowie die besonderen Eigenschaften des Fruchtfleisches.
Anbaueignung
Die Sorte ist relativ anspruchslos an den Standort und auch für höhere/raue Lagen geeignet. Sie ist nach wie vor als Dörrbirne (Kletzenbirne) sehr beliebt und verdient es, auch weiterhin kultiviert zu werden.
Fruchtfotos
Baum im Laub
Literatur
Schleicher, W. A., Hottenroth, J. (2019): Beschreibung der versuchsweise am Weierhof angepflanzten Mostbirnensorten. Scheibbs: Eigenverlag HHH. S. 11
Löschnig, J. (1913): Die Mostbirnen. Wien: Verlag Friedrich Sperl. Nr. 24
Schmidthaler, M. (2001): Die Mostbirnen - Die Früchte des Mostviertels. Amstetten: Eigenverlag. S. 130
Bernkopf, S. (2021): 300 Obstsorten. Linz: Verlag Trauner. S. 185
Schmidthaler, M. und Handlechner, G. (2026): Birnen & Äpfel – Vielfalt der Streuobstwiesen. LEADER-Region Tourismusverband Moststraße. Öhling: Eigenverlag. S. 151