
Gefährungsgrad
Standardsorte
Regionalsorte
nein
Reifezeit
Wintersorte mit später Pflückreife ab Anfang bis Ende Oktober je nach Standort; lagerfähig bis März und länger, allerdings empfiehlt die Literatur eine schnelle Verwertung aufgrund von Fleischbräunebefall (Silbereisen 1996, Hartmann 2019)
Herkunft
Der ausführlichste Hinweis auf Entstehung und Herkunft der Sorte findet sich bei Silbereisen/Götz/Hartmann (1996) und Hartmann (2019).
Demnach wuchs der Mutterbaum von Gehrers Rambur um 1885 als Zufallssämling auf einem Grundstück des Kammersängers Sontheimer in Jebenhausen im heutigen Kreis Göppingen (Baden-Württemberg). Der Name der Sorte geht auf den späteren Eigentümer Heinrich Gehrer zurück.
Welche Primärliteratur den Angaben der genannten Autoren zugrundeliegt ist nicht bekannt. Beide verweisen noch auf die mögliche Abstammung von Gehrers Rambur von Roter Trierer Weinapfel. Das konnte durch aktuelle molekulargenetische Analysen nicht bestätigt werden, auch wenn das genetische Profil von Gehrers Rambur eine große Übereinstimmung mit dem von Roter Trierer Weinapfel aufweist (Broschewitz et al 2023).
Gehrers Rambur ist triploid.
Demnach wuchs der Mutterbaum von Gehrers Rambur um 1885 als Zufallssämling auf einem Grundstück des Kammersängers Sontheimer in Jebenhausen im heutigen Kreis Göppingen (Baden-Württemberg). Der Name der Sorte geht auf den späteren Eigentümer Heinrich Gehrer zurück.
Welche Primärliteratur den Angaben der genannten Autoren zugrundeliegt ist nicht bekannt. Beide verweisen noch auf die mögliche Abstammung von Gehrers Rambur von Roter Trierer Weinapfel. Das konnte durch aktuelle molekulargenetische Analysen nicht bestätigt werden, auch wenn das genetische Profil von Gehrers Rambur eine große Übereinstimmung mit dem von Roter Trierer Weinapfel aufweist (Broschewitz et al 2023).
Gehrers Rambur ist triploid.
Verbreitung
Traditionelles Verbreitungsgebiet ist das Vorland der mittleren Schwäbischen Alb mit Schwerpunkt im Kreis Göppingen (Silbereisen et al, 1996), was dem Entstehungsgebiet der Sorte entspricht. Sie hat über Jahrzehnte keine Verbreitung darüberhinaus erfahren.
Das ändert sich erst Mitte der 1970-er Jahre als der Obstbauwissenschaftler Robert Silbereisen (Sortenökologe am Kompetenzzentrum für Obstbau Bodensee und Mitautor des zuvor zitierten Obstsortenatlas) die Sorte in eine engere Auswahl empfehlenswerter Mostapfelsorten für Baden-Württemberg aufnahm (Silbereisen 1986). Seit etwa Anfang 1990 findet sie sich im Standardsortiment zahlreicher Baumschulen Baden-Württembergs und später auch darüberhinaus.
Entsprechend stehen in den Hochstammbeständen Baden-Württembergs zahlreiche Jung- und Ertragsbäume der Sorte.
Das ändert sich erst Mitte der 1970-er Jahre als der Obstbauwissenschaftler Robert Silbereisen (Sortenökologe am Kompetenzzentrum für Obstbau Bodensee und Mitautor des zuvor zitierten Obstsortenatlas) die Sorte in eine engere Auswahl empfehlenswerter Mostapfelsorten für Baden-Württemberg aufnahm (Silbereisen 1986). Seit etwa Anfang 1990 findet sie sich im Standardsortiment zahlreicher Baumschulen Baden-Württembergs und später auch darüberhinaus.
Entsprechend stehen in den Hochstammbeständen Baden-Württembergs zahlreiche Jung- und Ertragsbäume der Sorte.
Frucht
mittelgroße bis große Früchte; relativ schwer; kugelig bis hochkugelig, selten eiförmig; ziemlich regelmäßiges Relief mit allenfalls schwachen Wülsten;
mittlere Druckfestigkeit; Schale glatt;
Grundfarbe grünlich, Deckfarbe trüb braunrot, nur bei sehr später Ernte und nach längerer Lagerung etwas aufgehellt, mehr oder weniger ausgedehnt; weißliches Farbenspiel im Bereich der Stielgrube; Lentizellen weißlich verwaschen, teils groß und zahlreich; nahezu keine Berostung, allenfalls schwach in der Stielgrube;
Stielgrube eng bis mittelweit; Stiel meist fleischig und knopfig, eher kurz;
Kelchgrube mit schwächen Nähten und Perlen; Kelch geschlossen bis halboffen, Blätter lang;
Kelchhöhle kurz, etwas breit;
Kernhausachse schwach geöffnet oder geschlossen; Wände glatt oder nur schwach gerissen;
Kerne mittelgroß, etwas länglich, kastanienbraun und häufig schlecht ausgebildet (Triploidie);
Fleisch grünlich weiß, saftig; stark säuerlich und ohne besonderes Aroma
Besondere Merkmale:
kugelige Früchte; lang grün bleibende Grundfarbe, weißliches Farbenspiel im Bereich der Stielgrube, weißliche Schalenpunkte, nahezu ohne Berostung; fleischiger Stiel; sauer
mittlere Druckfestigkeit; Schale glatt;
Grundfarbe grünlich, Deckfarbe trüb braunrot, nur bei sehr später Ernte und nach längerer Lagerung etwas aufgehellt, mehr oder weniger ausgedehnt; weißliches Farbenspiel im Bereich der Stielgrube; Lentizellen weißlich verwaschen, teils groß und zahlreich; nahezu keine Berostung, allenfalls schwach in der Stielgrube;
Stielgrube eng bis mittelweit; Stiel meist fleischig und knopfig, eher kurz;
Kelchgrube mit schwächen Nähten und Perlen; Kelch geschlossen bis halboffen, Blätter lang;
Kelchhöhle kurz, etwas breit;
Kernhausachse schwach geöffnet oder geschlossen; Wände glatt oder nur schwach gerissen;
Kerne mittelgroß, etwas länglich, kastanienbraun und häufig schlecht ausgebildet (Triploidie);
Fleisch grünlich weiß, saftig; stark säuerlich und ohne besonderes Aroma
Besondere Merkmale:
kugelige Früchte; lang grün bleibende Grundfarbe, weißliches Farbenspiel im Bereich der Stielgrube, weißliche Schalenpunkte, nahezu ohne Berostung; fleischiger Stiel; sauer
Baum
wächst trotz des triploiden Chrosomensatzes nur mittelstark; ausgeglichen vegetatives und generatives Wachstum; verzweigt sich gut; Silbereisen (1996) beschreibt die sorteneigene Kronenbildung als hochpyramidal mit stark hängendem Charakter; die günstige natürliche Astrangordnung mit mäßiger Unterordnung der Seitenäste und das ausgewogene Frucht- und Holzwachstum erleichtern es, durch Schnittmaßnahmen eine gut strukturierte und ausgeglichen wachsende Krone aufzubauen
Verwechsler
Bohnapfel (faßförmig hochgebaut, seltener kugelförmig; Kelchblätter breiter, kürzer, teils hornartig und am Blattgrund scharf getrennt; Kernhauswände schmaler und länglicher; weniger sauer)
Kugelapfel (Farben hellen früher auf, weniger Deckfarbe; flache, häufig berostete Kelchgrube, teils aufsitzender Kelch, breite und kurze Kelchblätter; Kernhaus größer, meist mittig, Achse offener; süßlich)
Hauxapfel (flacher kegelförmig; Kelchgrubenrand gerippt oder mit kleinen, aber deutlichen Wülsten; Stielgrube weit und tief)
Kugelapfel (Farben hellen früher auf, weniger Deckfarbe; flache, häufig berostete Kelchgrube, teils aufsitzender Kelch, breite und kurze Kelchblätter; Kernhaus größer, meist mittig, Achse offener; süßlich)
Hauxapfel (flacher kegelförmig; Kelchgrubenrand gerippt oder mit kleinen, aber deutlichen Wülsten; Stielgrube weit und tief)
Anbaueignung
ausreichend wuchsstark für hochstämmige Kulturen; die Fruchtbarkeit erfordert engere Pflegeintervalle; wenig anfällig für Schadpilze; aufgrund des sortentypischen hohen Säuregehaltes nicht für raue Lagen zu empfehlen, nach Silbereisen (1996) auch nicht für spätfrostgefährdete Lagen; derselbe Autor hebt die Eignung als Mostapfel mit überdurchschnittlicher Ausbeute hervor
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Jungbaum
Literatur
Silbereisen (1986): Apfelsorten: Marktsorten, Neuheiten u. Mostäpfel. 3. Auflage. Stuttgart.
Silbereisen, R., G. Götz und W. Hartmann (1996): Obstsorten-Atlas. 2. Auflage Stuttgart. S. 172f.
LOGL (2000; Landesverband für Obst, Gartenbau und Landschaft Baden-Württemberg e.V., Hrsg.): Apfel- und Birnensorten. CD. Stuttgart.
LOGL (2000; Landesverband für Obst, Gartenbau und Landschaft Baden-Württemberg e.V., Hrsg.): Apfel- und Birnensorten. CD. Stuttgart.
Broschewitz, L., Bannier, H.-J., Reim, S., Flachowsky, H., Höfer, M. (2023). Microsatellite/SSR dataset. Pomological and molecular characterization of apple cultivars (Malus × domestica Borkh.) of the German Fruit Genebank. https://doi.org/10.5073/202312