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Wöbers Rambur

Verfasst von Richard Dahlem am 3 März 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
ID: 1662
Gefährungsgrad
gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Hermannsapfel im Raum Miltenberg (Bosch 2020).
Reifezeit
Pflückreife im Oktober, Genuss- und Verwertungsreife bis etwa April.
Herkunft
Der Wöbers Rambur wurde zwischen 1910 und 1920 von Hermann Wöber in Trennfurt am Main (Landkreis Miltenberg) gefunden und nach ihm benannt (Hennebrüder 2023). Der Mutterbaum sei aus einer Weinbergsmauer herausgewachsen.
Verbreitung
Ausgehend von seinem Fundort am Untermain hat sich die Sorte offensichtlich in ganz Süddeutschland verbreitet.

Heutiger Verbreitungsschwerpunkt ist wahrscheinlich nach wie vor der bayerische Untermain (Kahl 2022). Darüber hinaus gibt es nachgewiesene Altbäume im bayerischen Nordschwaben, in Nordhessen und in der Westpfalz. Klitta (um 1990) nennt als Verbreitungsgebiet noch den Raum Nordpfalz-Bad Kreuznach-Nahe und vermutete irrtümlich, daß die Sorte aus dieser Region stamme.

In Luxemburg und der Region Trier sind dem Autor keine Altbäume der Sorte bekannt.
Frucht
Frucht mittelgroß bis groß, flachkugelig. In der Draufsicht drei bis fünfkantig.

Die Grundfarbe ist grünlich gelb und hellt sich ungleichmäßig nach gelb auf. Die Deckfarbe ist ein trübes und verwaschenes orangerot, welches von roten abgesetzten Streifen markant durchzogen ist. Auf der Schale finden sich figuren- und manchmal auch netzartige Berostungen. Die Schalenpunkte sind grau und rostartig umhöft. Die großen Umhöfungen machen die Schalenpunkte auffällig.

Die Schale ist glatt, etwas glänzend und kaum fettig.

Die Kelchgrube ist weit und mitteltief. Sie enthält breite Rippen, die sich teilweise als Kanten über die Frucht fortsetzen. Die Kelchgrube ist ungleichmäßig mit einer netzartigen, olivfarbenen Berostung durchsetzt, die teilweise grobschuppig ist und manchmal konzentrische Striche um den Kelch bildet. Der Kelch ist halboffen, selten geschlossen, mit nach innen geneigten, wollig-filzigen Kelchblättern.

Die Stielgrube ist weit und tief. Die bis in die Stielgrube hineinlaufenden Kanten lassen diese oft dreieckig wirken. Oft findet sich eine breite Wulst, die den Stiel zur Seite drückt. Die Berostung ist ein olivfarbener, in der Stielgrubentiefe auch grobschuppiger, strahlig auslaufender Klecks. Der Stiel ist mittellang und mitteldick. Er ragt etwas über den Stielgrubenrand hinaus.

Die Kelchhöhle ist dreieckig bis schmal dreieckig mit etwa in ihrer Mitte sitzenden Staubblätter. Das Kernhaus ist ohrenförmig, manchmal hochohrenförmig mit gerissenen, jedoch nicht wattig ausgeblühten Kernhauswänden. Die Achsenhöhle ist geöffnet. Die Früchte enthalten nur wenige gut entwickelte Kerne. Diese sind lang und schmal, ein typisches Maß ist 10 : 4/5 mm.

Das Fruchtfleisch ist gelblich weiß. Es ist mittelfest, feinzellig und saftig. Die Schale ist dick, aber beim Verzehr kaum störend. Der Geschmack ist der eines Wirtschaftsapfel mit Tafelapfelambitionen.

Besondere Merkmale:
- Schalenpunkte groß, verkorkt, ähnlich 'Kaiser Wilhelm',
- Kelchgrube oft mit strichig-konzentrischer Berostung,
- Stielgrube mit grobschuppigem Rostklecks und oft dickem Wulst, die den Stiel zur Seite drückt,
- Kerne groß, länglich, oft taub,
- Fruchtfleisch mit gutem Wirtschaftsapfelaroma.
Baum
Der Baum ist starkwachsend mit großer, breit ausladender Krone (Klitta um 1990).
Verwechsler
Der Wöbers Rambur ist eine pomologische Herausforderung, da er mit einigen Sorten verwechselt werden kann.

Goldrenette aus Blenheim
Diese hat eine weniger streifige Deckfarbe, einen weiter offenen Kelch, keinen großen Wulst in der Stielgrube, eine sehr flache Kelchhöhle und einen sortentypischen Geschmack.

Harberts Renette
Diese hat eine weniger streifige Deckfarbe, keinen großen Wulst in der Stielgrube und eine kurze Kelchröhre.

Jakob Lebel
Dieser hat unauffälligere Schalenpunkte, eine mit der Reife zunehmend fettigere Schale und häufig knopfige Stiele.

Schaffelder
Dieser hat eine weniger konstant berostete Stielgrube, eine Kelchröhre und kleinere Kerne.

Das sicherste Merkmal zur Unterscheidung von den Verwechslersorten scheint der große Wulst in der Stielgrube zu sein. Dieses Merkmal scheint recht stabil zu sein und sollte bei einer größeren Fruchtprobe regelmäßig auftreten.

Anbaueignung
Wöbers Rambur ist eine robuste Sorte für den extensiven Streuobstbau.

Er kommt früh in den Ertrag und trägt dann hoch und regelmäßig (Klitta um 1990). Außerdem gilt er als robust und widerstandsfähig gegen Schädlinge und Krankheiten sowie als frosthart (Kahl 2022).

Die vorgenannten Eigenschaften, die gute Haltbarkeit sowie seine Eignung als "Allzweckapfel" für Küche, Kelter und Tafel machen den Wöbers Rambur zu einer vielseitigen Sorte, die nach wie vor bei Neu- und Nachpflanzungen in Streuobstwiesen berücksichtigt werden sollte.
Fruchtfotos
IDs: 1539, 1662 & 1662
ID: 1540
ID: 1541
ID: 1663
IDs: 1541 & 1662 bis 1663
Literatur
Bosch, H.-T. (2020): Besondere Apfel- und Birnensorten in Nordschwaben. Eine Bestandsaufnahme der Jahre 2016 - 2019. Broschüre, 78 Seiten.
Hennebrüder, W. (2023): Historie zur Apfelsorte Wöbers Rambur. Zusammenstellung historischer Beschreibung sowie eigene Kurzbeschreibung. Download von https://www.bund-lemgo.de/download/Historie_Woebers_Rambur.pdf , abgerufen am 4.3.2026.
Kahl, S. (2022): Es gibt sie noch. Regionaltypische Kernobstsorten im Raum Bayerischer Untermain & Spessart. Hrsg.: Regierung von Unterfranken, Würzburg. Broschüre, 103 Seiten.
Klitta, E. (um 1990): Wöbers Rambur. Unveröffentlichte Sortenbeschreibung, eine Seite. Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt Trier.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
A-14726 Jan Bade Kirchweg 1
34260 Kaufungen
Deutschland
jahiba@gmx.de
A-20415 Jan Bade Kirchweg 1
34260 Kaufungen
Deutschland
jahiba@gmx.de
A-6974 Jan Bade Kirchweg 1
34260 Kaufungen
Deutschland
jahiba@gmx.de
A-6973 Hans-Joachim Bannier Dornberger Straße 197
33619 Bielefeld
Deutschland
alte-apfelsorten@web.de
A-17921 Gerold Brüntjen Eschhorn 1
26188 Edewecht
Deutschland
gerold@bruentjen.de
A-17868 Jens Dreyßig Strichweg 51
27474 Cuxhaven
Deutschland
jens.dreyssig@gmx.de
A-6979 Jens Dreyßig Strichweg 51
27474 Cuxhaven
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26725 Emden
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26725 Emden
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02826 Görlitz
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