
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Synonyme
Kitzinger
Reifezeit
Pflückreife Ende September bis Anfang Oktober, Genussreife Oktober bis in den Winter (Februar)
Herkunft
Die genau Herkunft und Entstehung der Sorte Kitzinger Taubenapfel ist unbekannt. Nach mündlicher Überlieferung soll es sich um einen Zufallssämling aus Uffenheim handeln. Pfarrer Korbinian Aigner kannte die Sorte bereits und hat sie als unterfränkische Lokalsorte sortentypisch abgebildet (Votteler 1993; keine Beschreibung). Die Sorte wurde bis in die 1950er Jahre im Landkreis Kitzingen stark angebaut; als Straßenbaum oder Stammbildner sehr wertvoll (Trenkle 1950). Danach scheint die Sorte nicht mehr angebaut worden zu sein und sie ist aus der Landschaft verschwunden. Nach jüngeren Untersuchungen handelt es sich um eine eigenständige Sorte (genetische/pomologische Überprüfung, LPV Kitzingen e. V. 2021). Es konnten inzwischen mehrere Herkünfte bestätigt werden.
Verbreitung
Der Kitzinger Taubenapfel ist vor allem regional verbreitet. Er ist vereinzelt noch im Landkreis Kitzingen sowie in Oberfranken zu finden. Wahrscheinlich existieren weitere unerkannte Exemplare auch in anderen Regionen Bayerns.
Frucht
Die Frucht ist mittelgroß, hochkegelförmig und schwach gerippt bzw. im Querschnitt unregelmäßig rund, leicht stielbauchig. Die Schale ist glatt und trocken, druckfest, helle Schalenpunkte, die Grundfarbe ist (sofern sichtbar, nur bei Schattenfrüchten) gelbgrün bis hellgelb, überwiegend von rosaroter bis rot verwaschener Deckfarbe überzogen, weißlich beduftet. Bei Trenkle (1950) entsteht der Eindruck, es handelt sich vorwiegend um einen gelben Apfel, der mit einer ,,rosaroten Backe" versehen ist. Dies ist aus heutiger Sicht nicht zu bestätigen, zumal nur unreife oder Schattenfrüchte eine Grundfarbe zeigen.
Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt und von schwachen Falten umgeben, Kelch groß, geschlossen bis halboffen, Blättchen mittelbreit und lang, am Grunde getrennt.
Die Stielgrube ist mitteltief, unberostet oder nur wenig hellbraun gefärbt. Stiel kurz, holzig bis fleischig verdickt, knopfig.
Das Kernhaus liegt stielnah, ohne Kelchröhre, Achse offen, Kammern weit, Kernhauswände ohrenförmig, gerissen bis wattig gerissen, Kerne vollkommen ausgebildet, rundlich, kurz gespitzt, schwarzbraun.
Das Fruchtfleisch ist grünlichweiß, mittelfest bis fest, sehr dicht, nicht duftend, süßsauer, ohne besonderes Aroma, gut ausgefärbte Früchte können leicht rot geadert und schwach parfümiert sein.
Die Kelchgrube ist leicht eingesenkt und von schwachen Falten umgeben, Kelch groß, geschlossen bis halboffen, Blättchen mittelbreit und lang, am Grunde getrennt.
Die Stielgrube ist mitteltief, unberostet oder nur wenig hellbraun gefärbt. Stiel kurz, holzig bis fleischig verdickt, knopfig.
Das Kernhaus liegt stielnah, ohne Kelchröhre, Achse offen, Kammern weit, Kernhauswände ohrenförmig, gerissen bis wattig gerissen, Kerne vollkommen ausgebildet, rundlich, kurz gespitzt, schwarzbraun.
Das Fruchtfleisch ist grünlichweiß, mittelfest bis fest, sehr dicht, nicht duftend, süßsauer, ohne besonderes Aroma, gut ausgefärbte Früchte können leicht rot geadert und schwach parfümiert sein.
Baum
Der Baum wächst in der Jugend stark und besonders in der Baumschule kräftig. Daher wurde er früher als Stammbildner und für Straßenpflanzungen verwendet. Es bildet sich eine hochrunde, später etwas breitere Krone mit dichter Verzweigung und dünnen Fruchtästen. Die Sorte ist sehr fruchtbar, sie trägt reich und regelmäßig.
Verwechsler
Nathusius´ Taubenapfel hat einen geschlossenen Kelch mit zusammengedrängten Blättchen, die sich berühren. Bäume sollen schwach wachsend sein (Hartmann 2019). Zudem hat der Nathusius` Taubenapfel ein sortentypisches, marzipanähnliches Bittermandelaroma.
Roter (Böhmischer) Jungfernapfel: Früchte sind in der Regel kleiner, mehr gestaucht und nicht so hoch, Stiel länger, holzig.
Roter (Böhmischer) Jungfernapfel: Früchte sind in der Regel kleiner, mehr gestaucht und nicht so hoch, Stiel länger, holzig.
Anbaueignung
Es handelt sich um eine robuste und widerstandsfähige, frostharte, starkwachsende Kultursorte. Sie wurde ehemals als Straßenpflanzung, auf Viehweiden und als Stammbildner empfohlen. Heute ist der Kitzinger Taubenapfel als mäßiger Tafel- und besserer Wirtschaftsapfel für den extensiven Streuobstanbau zu empfehlen. Darüber hinaus ist es eine erhaltenswerte und kulturhistorisch bedeutende Sorte für den Landkreis Kitzingen, die besonders schöne Früchte hat (Schaufrucht).
Fruchtfotos
Baum im Laub
Baum in Blüte/Winter
Literatur
Trenkle, R. (1950): Obstsortenwerk – Die anbauwürdigen Obstsorten Bayerns. München, S. 109
Votteler, W. (1993): Verzeichnis der Apfel- und Birnensorten. Obst- und Gartenbauverlag, 3. Aufl., München, S. 261 (nur Abbildung)
Kahl, S. (2021): Projekt-Bericht „Fränkische Obstlandschaft“, LPV Kitzingen e.V., S. 95-97
Kahl, S. (2026): https://schlaraffenburger.de/sorten/apfel-und-birnensorten-aus-unserer-baumschule