
Gefährungsgrad
gefährdet
Synonyme
Falscher Purpurroter Cousinot
Reifezeit
Pflückreife Mitte September, Genussreife von Oktober bis maximal Weihnachten.
Herkunft
Unbekannt. Es handelt sich bei dieser Sorte nicht um den in historischen Pomologien beschriebenen Purpurroten Cousinot, denn er wird als Lagerapfel, der bis Juni halten soll, beschrieben. Dies passt nicht zu der hier beschriebenen Sorte.
Wenn man sich die historische Beschreibungen und Abbildungen ansieht, fällt auf, dass einige Pomologen (z. B. Lauche) eine Frucht darstellen, die unsere Sorte sein könnte, gleichzeitig aber die lange Haltbarkeit erwähnen. Andererseits ist der Name Purpurroter Cousinot vielfach mit der hier beschriebenen Sorte verknüpft und überliefert.
Es gibt die Theorie des Austausches der historischen Sorte mit der hier beschriebenen. Ich kann an solche Austausche nicht recht glauben, es ist doch ziemlich unwahrscheinlich, dass so ein Austausch stattfinden kann, ohne irgendwo in der Literatur eine Spur zu hinterlassen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich die Reifezeit der Sorte im Laufe der Zeit soweit verändert hat, dass sie jetzt eben ein Herbstapfel geworden ist. Dass eine lang währende Winterlagersorte ihre Reifezeit jedoch so stark verändert, erscheint allerdings auch in Zeiten des Klimawandels unwahrscheinlich.
Die dritte und wahrscheinliche Möglichkeit ist, dass es immer schon zwei Sorten gab, die als Purpurroter Cousinot bezeichnet wurden. Pedersen erwähnt z. B. eine sehr ähnliche dänische Sorte, von der er vermutet sie könnte ein Purpurroter Sommer-Cousinot sein. Hirschfeld erwähnt unter La Cousinette einen Sommer-Cousinot und einen Winter-Cousinot.
Aufgrund des Namens kann man vermuten, dass es sich ursprünglich um eine französisch Sorte handelt, der Name deutet auf eine Nutzung als Küchenapfel hin.
Bei der 2. pomologischen Überprüfung der Deutschen Genbank Obst 2017 - 2020 fanden sich mehrere Akzessionen eines Purpurroten Cousinots, die wir für den ,,echten" halten. Um eine Namensverwirrung auszuschließen, benennen wir den hier beschriebenen Apfel als Purpurroten Herbstcousinot und den ,,echten" als Purpurroten Wintercousinot, wie ihn Diel benannte.
Wenn man sich die historische Beschreibungen und Abbildungen ansieht, fällt auf, dass einige Pomologen (z. B. Lauche) eine Frucht darstellen, die unsere Sorte sein könnte, gleichzeitig aber die lange Haltbarkeit erwähnen. Andererseits ist der Name Purpurroter Cousinot vielfach mit der hier beschriebenen Sorte verknüpft und überliefert.
Es gibt die Theorie des Austausches der historischen Sorte mit der hier beschriebenen. Ich kann an solche Austausche nicht recht glauben, es ist doch ziemlich unwahrscheinlich, dass so ein Austausch stattfinden kann, ohne irgendwo in der Literatur eine Spur zu hinterlassen.
Eine weitere Möglichkeit wäre, dass sich die Reifezeit der Sorte im Laufe der Zeit soweit verändert hat, dass sie jetzt eben ein Herbstapfel geworden ist. Dass eine lang währende Winterlagersorte ihre Reifezeit jedoch so stark verändert, erscheint allerdings auch in Zeiten des Klimawandels unwahrscheinlich.
Die dritte und wahrscheinliche Möglichkeit ist, dass es immer schon zwei Sorten gab, die als Purpurroter Cousinot bezeichnet wurden. Pedersen erwähnt z. B. eine sehr ähnliche dänische Sorte, von der er vermutet sie könnte ein Purpurroter Sommer-Cousinot sein. Hirschfeld erwähnt unter La Cousinette einen Sommer-Cousinot und einen Winter-Cousinot.
Aufgrund des Namens kann man vermuten, dass es sich ursprünglich um eine französisch Sorte handelt, der Name deutet auf eine Nutzung als Küchenapfel hin.
Bei der 2. pomologischen Überprüfung der Deutschen Genbank Obst 2017 - 2020 fanden sich mehrere Akzessionen eines Purpurroten Cousinots, die wir für den ,,echten" halten. Um eine Namensverwirrung auszuschließen, benennen wir den hier beschriebenen Apfel als Purpurroten Herbstcousinot und den ,,echten" als Purpurroten Wintercousinot, wie ihn Diel benannte.
Verbreitung
Einst in Norddeutschland weit verbreitet, ist die Sorte auch heute noch regelmäßig zu finden. Die Bäume wurden wahrscheinlich zwischen den 30er und 50er Jahren des 20. Jahrhunderts gepflanzt. Wurde oft auch als Straßenbaum gepflanzt.
Frucht
Klein bis höchstens mittelgroß und je nach Ertrag und Zustand des Baumes kugelig bis fass-, auch leicht walzenförmig. Im Querschnitt rund bis schwach kantig.
Kelchgrube flach bis mitteltief, mittelweit, eben. Kelch offen oder halboffen, Blätter umgeschlagen.
Stielgrube mittelweit, flach bis mitteltief und eben, mit typisch strahlig auslaufender Berostung. Stiel dünn (vor allem an kleinen Früchten), mittelang bis lang.
Nur bei unbesonnten Früchten ist etwas von der gelblichen Grundfarbe zu sehen, meist sind die Früchte komplett mit dunkelroter Deckfarbe überzogen, an Übergangszonen kann diese auch leicht streifig werden. Lentizellen meist auffällig groß und grau.
Kelchhöhle dreieckig oder trichterförmig. Achse meist leicht geöffnet, Kernhaus im Verhältnis zur Frucht groß. Fächer rucksackförmig, etwas gerissen und leicht ausgeblüht. Viele gute kleine, rehbraune Kerne enthaltend, 7 : 4 mm.
Schale fest, Fleisch weißlichgelb, manchmal mit roten Adern, säuerlich süß, ohne besonderes Aroma.
Kelchgrube flach bis mitteltief, mittelweit, eben. Kelch offen oder halboffen, Blätter umgeschlagen.
Stielgrube mittelweit, flach bis mitteltief und eben, mit typisch strahlig auslaufender Berostung. Stiel dünn (vor allem an kleinen Früchten), mittelang bis lang.
Nur bei unbesonnten Früchten ist etwas von der gelblichen Grundfarbe zu sehen, meist sind die Früchte komplett mit dunkelroter Deckfarbe überzogen, an Übergangszonen kann diese auch leicht streifig werden. Lentizellen meist auffällig groß und grau.
Kelchhöhle dreieckig oder trichterförmig. Achse meist leicht geöffnet, Kernhaus im Verhältnis zur Frucht groß. Fächer rucksackförmig, etwas gerissen und leicht ausgeblüht. Viele gute kleine, rehbraune Kerne enthaltend, 7 : 4 mm.
Schale fest, Fleisch weißlichgelb, manchmal mit roten Adern, säuerlich süß, ohne besonderes Aroma.
Baum
Wuchs mittelstark, Massenträger, neigt ohne Fruchtausdünnung und auf ungepflegten Bäumen zur Kleinfrüchtigkeit. Schorf- und krebsfest, gesund, die Sorte ist diploid.
Verwechsler
Böhmischer Jungfernapfel hat nicht den typischen Rostklecks am Stiel und nicht die auffälligen Lentizellen.
Anbaueignung
Streuobsttauglich, eine Wirtschaftssorte auch für sandige Böden.
Fruchtfotos
Literatur
Hirschfeld, C. C. L. (1788): Handbuch der Fruchtbaumzucht. Erster Theil. Braunschweig, Deutschland; Schulbuchhandlung. S. 183
Diel, A. F. A. (1828): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Band 26 (5. Bändchen Äpfel-Birnen). Stuttgart, Deutschland; F. G. Cotta. S.30
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1865): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 4. Äpfel. Ravensburg, Deutschland; Dornsche Buchhandlung. Nr. 384
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung Nr. 188
Pedersen, A. (1937): Danmarks Frugtsorter. Kopenhagen, Dänemark.
Andresen, A. (1950): Apfelsorten. Eine Auswahl in Wort und Bild. Stuttgart, Deutschland; Kosmos. S. 65