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Roter Brasilienapfel

Verfasst von Jens Meyer am 14. Oktober 2015. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Roter Brasilienapfel
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Regionalsorte
ja
Synonyme
Brasilienapfel, Mecklenburger Königsapfel, Brunsiller Apfel
Reifezeit
September bis November
Herkunft
Unbekannt, erstmals wird die Sorte von Henne 1776 recht genau beschrieben, danach gibt es nur noch kurze Namensnennungen für diese Sorte. Der Name leitet sich von der Farbe des Brasilholzes ab, keineswegs stammt diese Sorte aus Brasilien. Anfangs der 2010er Jahre entdeckte P. Markgraf bei Neubrandenburg einige Bäume in Straßenpflanzungen, zu denen noch die Pflanzpläne gefunden werden konnten. Hieraus ergibt sich, dass die Bäume als Mecklenburger Königsapfel gepflanzt wurden. Dies passt durchaus gut zu den Beschreibungen in der historischen Literatur, besonders die Farbabbildung bei Langethal kann sehr gut den Roten Brasilienapfel darstellen. Zweifel bleiben nur bezüglich der Reifezeit, die beim Mecklenburger Königsapfel bis Februar angegeben wird. Der Name Mecklenburger Königsapfel taucht erstmals bei Langethal 1859 auf, ein Herr Rudolphi aus Mirow (Mecklenburg) hatte mehrfach Früchte an Jahn geschickt, der die Sorte dann entsprechend benannte. Laut Oberdieck war die Sorte um Schwerin stark verbreitet, meist unter dem Namen Kalvill Rouge, was wiederum auf eine Herkunft aus Frankreich hindeutet. Oberdieck gibt hier wiederum an, dass es sich nicht um den Roten Winterkalvill handelt.
Verbreitung
Als Roter Brasilienapfel kam die Sorte wahrscheinlich nur an der Elbe oberhalb von Lauenburg vor. Dort hat sie auch überdauert, weil die Baumschule Quade aus Neuhaus diese Sorte bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts verbreitet hat. Als Königsapfel war die Sorte in Mecklenburg beliebt. Heute findet sich die Sorte noch im Amt Neuhaus und in Einzelbäumen immer wieder auch in Mecklenburg. 2018 war der Rote Brasilienapfel Sorte des Jahres bei den Norddeutschen Apfeltagen in Hamburg und ist in diesem Rahmen wieder etwas vermehrt gepflanzt worden.
Frucht
Kegelförmig, im Querschnitt schwach bis stark kantig, es können am Kelch auch leichte Rippen auftreten. Stielgrube eng bis mittelweit, flach bis mitteltief. Kelchgrube flach bis mitteltief, mit Falten und Wülsten, auch Fleischperlen kommen vor, teilweise ist der Kelch geknautscht. Kelchblätter weißlich befilzt. Sonnenfrüchte sind meist komplett tief dunkel- bis violett-rot überzogen, ein optisch sehr ansprechender Apfel. Typisch ist das große, offene Kernhaus mit bogenförmigen Kammerwänden, die immer etwas gerissen sind. Das weißliche Fleisch ist vorwiegend säuerlich, ohne besonderen Geschmack und wird schnell mehlig. Henne beschreibt den Geschmack wie folgt: ,,7. das Fleisch ist nur ganz locker und läßet allemal etwas lederhaftes und zähes im Munde zurück, so von einigen das Mark genannt wird. 8. Der Saft ist viel zu wenig vorhanden. Ja, der Apfel ist fast saftlos und ganz unschmackhaft." So hart würde ich über die Sorte nicht urteilen, es handelt sich aber auf jeden Fall um einen Blender.
Baum
Hoher, aufrechter Wuchs, starkwüchsig, macht große Bäume.
Verwechsler
Berner Rosenapfel schmeckt besser, hat eingesenkte Lentizellen.
Oberländer Himbeerapfel hat ein kleines, geschlossenes Kernhaus.
Anbaueignung
Eine robuste Streuobstsorte für nahrhafte Böden, für Sandboden weniger geeignet.
Fruchtfotos
Roter Brasilienapfel
Roter Brasilienapfel
Roter Brasilienapfel
Triebe
Roter Brasilienapfel
Literatur
Henne, S. D. L.(1776): Anweisung wie man eine Baumschule von Obstbäumen im Großen anlegen und unterhalten solle. Halle. S 134
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1865): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 4. Stuttgart, Nr. 268
Langethal, L. E. (1859): Deutsches Obstcabinet.Äpfel. Jena, Lieferung 22
Bode, B.(1902/03): Apfel Brunsiller in Erfurter Führer im Obst und Gartenbau (3) S. 407
Stollberg, H. (2017): Roter Brasilienapfel. Themenblätter des Lüneburger Streuobstwiesen e.V.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Niedersächsische Bingo-Umweltstiftung und Verein Konau 11 - Natur e. V.

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
A-9399 Peter Markgraf Ausbau 4
17309 Waldeshöhe
Deutschland
guterheinrich@aol.com
A-5409 Jens Meyer Dorfstraße 4
19217 Kuhlrade
Deutschland
meyer-kuhlrade@t-online.de
A-8410 Jens Meyer Dorfstraße 4
19217 Kuhlrade
Deutschland
meyer-kuhlrade@t-online.de
A-17370 Stiftung Ökowerk Emden Kaierweg 40 A
26725 Emden
Deutschland
info@oekowerk-emden.de
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gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

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