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Brauner Matapfel

Verfasst von Richard Dahlem am 21 Januar 2026. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
ID: 1211
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
nein
Synonyme
Kohlapfel, Schwarzbrauner Matapfel, Schwarzer Matapfel und Schwarzer Borsdorfer (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907) sowie Maedapfel, Mohrenapfel, Badischer Brauner, Unterländer Apfel, Mate Brune, Pomme de Charbon, Pomme de Dame, Pomme de Bohémien, Pomme de Maure, Pomme d'Enfer und Pomme d'Hiver (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934) sowie auch Schmiedeapfel, Schwarzlicher und Bäumleapfel (Hartmann 2019).
Reifezeit
Ab Anfang Oktober
Herkunft
Der Braune Matapfel ist eine sehr alte Sorte, deren Herkunft unbekannt ist.
Verbreitung
Er war vor etwa 100 Jahren in ganz Westdeutschland sowie im westlichen Süddeutschland im extensiven landwirtschaftlichen Anbau sehr verbreitet und hatte in dieser Zeit in vielen Gegenden eine große wirtschaftliche Bedeutung (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934).

Heute im Streuobstbau in Baden und Württemberg nur noch selten anzutreffen (Hartmann 2019). Auch in Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Luxemburg nach Einschätzung des Autors gelegentlich vorkommend, aber nirgends häufig. Der Braune Matapfel wird aber in einigen Baumschulen angeboten und auch im Erhalternetzwerk des Pomologenverein erhalten, so dass die Sorte nicht akut vom Aussterben bedroht ist.
Frucht
Der Braune Matapfel hat eine flachkugelige bis stumpf-kegelförmige Form und ist in der Draufsicht rundkantig.

Die Grundfarbe hellt sich im Lager nach gelb auf, ist aber meistens komplett von einer braun-rot-violetten Deckfarbe überzogen. Auf der Frucht finden sich dunkelviolette, abgesetzte Streifen. Die Schale weist hin und wieder Rostfiguren auf, die aber in grundfarbigen Bereichen kaum auffallen. Frisch vom Baum sind die Früchte bläulich bereift. Die Schalenpunkte sind groß und hellgrau bis gelblich, sehr auffällig.

Die Schale ist glatt, Die Früchte sind Anfangs nach der Ernte sehr fest und druckunempfindlich, so dass sie selbst nach sorgloser Behandlung kaum Druckflecken bekommen (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934).

Die Kelchgrube ist weit und tief. Sie weist gegen den Rand hin fünf ausgeprägte Höcker auf. Der Kelch ist groß und offen. Die Kelchblätter sind breit und kurz, deutlich voneinander getrennt.

Die Stielgrube ist mittelweit, manchmal eng und mitteltief bis tief. Sie ist olivfarben strahlig und grobschuppig berostet. Der Stiel ist kurz, kaum über den Stielgrubenrand hinausragend, oft nur als Fleischknopf ausgebildet.

Die Kelchhöhle ist breit dreieckig. Das Kernhaus ist etwas stielnäher und klein. Die Kernwände sind ohrenförmig und etwas gerissen. Die Achsenhöhle ist leicht geöffnet. Die Kerne sind klein und rundlich (7 : 5 mm) und oft mit feinen weißen Strichen versehen.

Das Fruchtfleisch ist bei Pflückreife grünlich-weiß und wird dann im Laufe der Genussreife gelblich-weiß. Es ist mäßig saftig, fein säuerlich und eher geringaromatisch.


Baum
Der Braune Matapfel ist starkwachsend. In Deutschlands Obstsorten (1905 - 1934) wird von hundertjährigen Baumriesen berichtet, die anfänglich aufrechte, dann runde und später breit ausladende und zum Teil unter der Fruchtlast überhängende Kronen bilden.

Verwechsler
Weißer Matapfel
Dieser ist jedoch weniger stark ausgefärbt, hat oft rötliche Stiele, eine am Grund breite Kelchhöhle sowie länglichere Kerne.
Anbaueignung
Der Braune Matapfel ist eine Sorte für den extensiven Streuobstbau.

An den Standort ist die Sorte wenig anspruchsvoll. Er verlangt jedoch einen gut mit Nährstoffen versorgten Boden, um gute Fruchtqualitäten und hohe Erträge zu erzielen. Auch auf leichten Böden kommt er zurecht (Deutschlands Obstsorten 1905 - 1934). Der Braune Matapfel wird gerne von Apfelblütenstecher und Frostspanner befallen und ist etwas schorfempfindlich (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907).

In Bezug auf die Verwertung der Früchte gilt der Braune Matapfel als "Allzwecksorte". Er galt einst als gesuchter Markt- und Handelsapfel, der z. B. in Rheinhessen massenhaft angebaut wurde und stets gute Preise erzielte und von der Verwertungsindustrie, insbesondere für die Apfelweinbereitung, gerne gekauft wurde (Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen 1907).

Aus heutiger Sicht ist der Braune Matapfel in erster Linie ein Wirtschaftsapfel, der sich über den ganzen Winter gut lagern lässt. Die Früchte eignen sich ebenso als Tafelapfel und sind gut für die Verwertung als Saft oder Most geeignet.
Fruchtfotos
IDs: 1209, 1211 & Kernordner
IDs: 1210 & 1209
IDs: 1209 & 1210
IDs: 1209 & 1211
ID: 1209 - 1211
Literatur
Hartmann, W. (2019): Farbatlas Alte Obstsorten. Ulmer-Verlag, 6. Auflage, 352 Seiten.
Landwirtschaftlicher Verein für die Provinz Rheinhessen (Hrsg.) (1907): Der Obstbau in Wort und Bild mit besonderer Berücksichtigung der im rheinhessischen Obstsortiment empfohlenen Obstsorten. Wiesbaden, Bechtold Verlag, 142 Seiten.
Müller, J., Bißmann, O., Poenecke, W., Schindler, O. & Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung 20, Nr. 234.
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Alancri Stiftung

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Kennzeichnungen

Gefährungsgrade

Am Beispiel der Kirsche:

Standardsorte

gefährdet

stark gefährdet

vom Aussterben bedroht

Regionalsorte

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