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Schöner aus Buke

Verfasst von Jens Meyer am 19 Januar 2025. Soweit nicht anders angegeben, liegt das Urheberrecht für alle Sortenfotos bei der Autorin/beim Autor.
Schöner aus Buke
Gefährungsgrad
stark gefährdet
Regionalsorte
ja
Reifezeit
Die Früchte des Schönen aus Buke sind etwa Anfang bis Mitte Oktober pflückreif; in einem guten Naturlager halten sie bis etwa Dezember / Januar.

Sie sind in erster Linie als Wirtschaftsapfel für die häusliche Verarbeitung zu Kuchen oder Kompott verwendbar (wo sie beim Kochen fest bleiben), sind aber geschmacklich auch als Tafelapfel akzeptabel.
Herkunft
Der Schöne aus Buke ist eine lokal verbreitete Sorte, die lediglich in einigen wenigen Ortschaften am Fuße des Eggegebirges bei Paderborn verbreitet ist. Der Ort Buke liegt knapp 15 km östlich von Paderborn und gehört – gemeinsam mit dem Nachbarort Schwaney – heute zu der als Eisenbahn-Knotenpunkt bekannten Gemeinde Altenbeken.

Nach mündlicher Überlieferung soll der Schöne aus Buke von Karl Schaffmeister, von 1901 bis 1946 Leiter der örtlichen Knabenschule in Buke, aus einem Samen gezogen worden sein. Anders als heute war die Aufzucht und das Veredeln von Apfelbäumchen vor dem zweiten Weltkrieg noch häufiger Bestandteil des Schulunterrichts, und manche Schule hatte im Schulgarten ein eigenes Baumschulstück. Noch in den 1960er Jahren sollen Bäume des Schönen aus Buke noch beinahe in jedem Obstgarten des Ortes gestanden haben.

Von welchen Elternsorten der Schöne aus Buke abstammt, ist nicht bekannt.
Verbreitung
Der Schöne aus Buke ist nur in wenigen Dörfern im Raum Altenbeken auf Altbäumen anzutreffen. In Baumschulen oder Reisermuttergärten ist die Sorten nicht erhältlich. Neben Privatleuten vor Ort, die sich um die Erhaltung der Sorte kümmern, hat auch das Westfälische Freilichtmuseum in Detmold Bäume des Schönen aus Buke auf seinem Gelände gepflanzt. Auch an der Grundschule in Buke steht heute wieder ein junger Baum der Sorte., weitere Bäume wurden auf einer Obstwiese an der Bahnlinie bei Paderborn-Benhausen gepflanzt.
Frucht
Frucht mittelgroß, kegelförmig, zum Kelch hin nur leicht verjüngt, stiel- und kelchseits breit abgeplattet. Im Querschnitt rundlich bis leicht kantig; mittelfest. Schale glatt, matt oder mattglänzend, Glanz durch Schalenpunkte unterbrochen, trocken, gelagert teils schwach wachsig, relativ dick, hart, aber beim Verzehr wenig störend.

Grundfarbe hell gelblich grün, bei Reife hell bis warm gelb. Deckfarbe freundlich orangerot bis leicht rosarötlich gestreift, marmoriert, punktiert, auf 1/4 bis 3/4 der Frucht, etwas dem Berlepsch ähnelnd. Schalenpunkte mittelgroß, auf der Grundfarbe berostet und auffallend.

Stielgrube mittelweit (auch weit), mitteltief bis tief; Seiten steil abfallend, teils ohne Berostung, teils hellbraun berostet. Stiel mittellang (oder kurz), eher dünn, aus der Stielgrube herausragend, teils von einem kleinen Fleischwulst seitlich gedrückt.

Kelchgrube mittelweit, mitteltief, schüsselförmig, Seiten mittelsteil abfallend, auffallend feinfaltig. Kelchumgebung mit fünf flachen Höckern. Kelch klein bis mittelgroß, geschlossen oder halboffen, Blättchen aufrecht stehend, kurz bis mittellang.

Kelchhöhle trichterförmig, Stempel mitteldick, Staubfäden mittelständig verwachsen. Kernhaus mittelgroß, Achse geschlossen, ‚Core-Line’ mittelweit ums Kernhaus. Kernhauswände bogenförmig / halbkreisförmig, auch breit ohren- oder rucksackförmig, glänzend, gelblich, mit einzelnen Rissen oder ungerissen. Kerne glänzend, dunkelbraun bis mahagonibraun, bleiben auch getrocknet dunkelbraun und glänzend (!), knapp mittelgroß, 7 - 8 mm : 4 – 4,5 mm, unten kurz / stumpf gespitzt.

Fruchtfleisch weiß, fest, mittelfeinzellig, saftig, süßsäuerlich, schwach aromatisch, gering bis mäßig verbräunend.
Baum
Der Baum der Sorte Schöner aus Buke ist in der Jugend starkwüchsig, mit schräg aufrechten Seitenästen, die sich gut verzweigen und die im Ertragsalter unter der Last der Früchte abkippen. Er bildet eine mittelgroße bis große, pyramidale, in den Außenbereichen etwas verdichtete Krone, die gelegentlich eines Auslichtungsschnitts bedarf.
Die Sorte ist robust, wenig anfällig für Schorf, Krebs und Mehltau, daher breit anbaufähig bezüglich der Standort- und Bodenverhältnisse. Bei der Ernte 2015 wurde allerdings eine Fäule an den Schalenpunkten der Früchte (Lentizellenfäule) beobachtet; ob diese sortentypisch häufiger auftritt, sollte weiter beobachtet werden.
In der Jugend kommt der Baum mittelspät in den Ertrag, der Ertrag ist mittelhoch und relativ regelmäßig. Als diploide Sorte ist der Schöne aus Buke auch ein guter Bestäuber für andere Apfelsorten. Das Laub ist nur mittelgroß und ist (im Vergleich zu anderen Apfelsorten) von eher hellerem Grün.

Verwechsler
Bäumchesapfel, Alantapfel, Notarisappel, evt. Berlepsch.
Anbaueignung
Der Schöne aus Buke ist eine reine Lokalsorte, die jedoch aufgrund ihrer hohen Baumgesundheit und ihrer freundlich aussehenden Früchte durchaus weitere Beobachtung verdient. Kritisch zu beachten ist die 2015 aufgetretene Lentizellenfäule der Früchte.
Fruchtfotos
Schöner aus Buke
Schöner aus Buke
Schöner aus Buke
Schöner aus Buke
Schöner aus Buke
Baum im Laub
Schöner aus Buke
Baum in Blüte/Winter
Schöner aus Buke (Foto Stefan Rüther)
Laub
Schöner aus Buke
Literatur
In der obstbaulichen Literatur ist der Schöne aus Buke bisher nicht beschrieben.

Reiserabgabe

Akzessions-Nummer Name Anschrift E-Mail-Adresse
A-5986 Jens Dreyßig Strichweg 51
27472 Cuxhaven
Deutschland
jens.dreyssig@gmx.de

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gefährdet

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Regionalsorte

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