
Gefährungsgrad
vom Aussterben bedroht
Synonyme
Bestebirne, Saurüssel, Sommerzitronenbirne, Oeuf, Colmar d`ete
Reifezeit
Ab Mitte bis Ende August reif, dann bis Mitte September lagerfähig.
Herkunft
Die genaue Herkunft ist nicht belegt, allgemein wird aber davon ausgegangen, dass die Birne in Deutschland entstanden ist. Diel weist darauf hin, dass es historische Verwechslungen mit der französischen Poire Oeuf gibt, wie auch mit anderen Eierbirnen. Die Sommereierbirne hatte wohl ihr Hauptverbreitungsgebiet in Südhessen. Ob sie dort auch entstanden ist, bleibt offen. Das Synonym Colmar d`ete ist verwirrend, da dies eine eigene Sorte ist.
Verbreitung
In Altbeständen ist dem Autor noch kein Baum der Sorte vorgekommen. In Sammlungen wird die Sommereierbirne erhalten.
Frucht
Kleine, spitz eiförmige Frucht, die sich zu beiden Seiten fast gleich verjüngt. Zum Stiel manchmal ganz leicht eingeschnürt und mittelbauchig, wodurch die ganze Frucht ein Raute bildet. Frucht steht nicht, im Querschnitt etwas unrund. Stielseits leicht abgestumpft, aber ohne Grube, meist mit etwas mehr Rost als auf der Frucht. Der Stiel sitzt oben auf, ist bis 3 cm lang, 2 mm dick, am Ende oft etwas gebogen, am Ansatz grün und dann fleckig ins Braune übergehend. Der Kelch sitzt spitz auf der Frucht auf, mit Fleischperlen umgeben, ist halboffen, verkümmert. Die Schale ist grün und hellt kaum auf, Deckfarbe kann etwas braunroter Hauch sein, deutlich sind die zahlreichen braunen Lentizellen, die fließend in eine Berostung übergehen können. Die Kernhausachse ist in der Regel geschlossen, die Kammern nach unten leicht abstehend, enthalten meist gut entwickelte dunkelbraune Kerne mit Nase, 8,5 : 4 mm. Das Fruchtfleisch ist cremefarben, halbschmelzend, süß und leicht aromatisch.
Baum
Der Baum wächst stark bis sehr stark, mit einer erst aufstrebenden Krone, die später mehr in die Breite geht. Die Verzweigung ist gut, die Blatt- und Fruchtgesundheit hoch. Die Blüte erscheint mittelspät mit sieben einzelnen Blüten je Knospe.
Verwechsler
Wolle Fens hat die gleiche Form, ist etwas größer, hellt gelb auf, ist zwei Wochen eher reif.
Leipziger Rettichbirne hat eine Ähnlichkeit in der Form, wenn auch mehr kugelig.
Woltmanns Eierbirne ist deutlich eher reif.
Leipziger Rettichbirne hat eine Ähnlichkeit in der Form, wenn auch mehr kugelig.
Woltmanns Eierbirne ist deutlich eher reif.
Anbaueignung
Die Sorte ist gut für Streuobstwiesen geeignet und könnte infolge des Klimawandels und der stärkeren Sonneneinstrahlung noch züchterisch interessant werden aufgrund ihrer leicht bewollten Blätter. Für heutige Ansprüche ist die Frucht aber zu klein. Anbauwürdig ist sie auf jeden Fall wegen der langen Geschichte der Sorte, weniger wegen der Fruchtqualität.
Fruchtfotos
Triebe
Laub
Literatur
Sickler, J. V. (1796): Der teutsche Obstgärtner oder gemeinnütziges Magazin des Obstbaues in Teutschlands sämtlichen Kreisen. Weimar. Band
Mayer, J. (1801) Pomona Franconica. Teil 3. Nürnberg. Deutschland; J. S. Winterschmidt. S.201
Diel, A. F. A, (1802): Versuch einer systematischen Beschreibung in Deutschland vorhandener Kernobstsorten. Heft 4 (Birnen 2). Frankfurt a. M., Deutschland; Andreäische Buchhandlung. S. 188
Jahn, F.; Lucas, E.; Oberdieck, J. G. C. (1860): Illustrirtes Handbuch der Obstkunde. Band 2. Birnen. Stuttgart, Deutschland; Ebner & Seubert. Nr. 8
Müller, J.; Bißmann, O, Poenecke, W. Schindler, Rosenthal, H. (1905-1934): Deutschlands Obstsorten. Stuttgart, Deutschland; Eckstein und Stähle. Lieferung , Nr. 49
Diese Sortenbeschreibung wurde möglich durch eine Spende von:
Zeitlupe gGmbH
Zeitlupe gGmbH